Zum Internationalen Frauentag 2025
Unter dem Motto „Schreiben gegen alle Widerstände“ fand in der Bücherei im G´wölb eine Lesung zum Internationalen Frauentag am 8.3.2025 statt.
„Sie kann schreiben und sie tut es auch noch!“
Zur künstlerischen Karriere, egal ob in der Literatur oder anderen Künsten gehört nicht nur Talent, sondern auch Förderung. Das Fehlen dieser wichtigen Voraussetzungen war es, das Frauen vom künstlerischen Schaffen fernhielt. Wenn entscheidende Ressourcen wie Anregung, Erziehung, Bildung und eine Vielfalt von materiellen Möglichkeiten zur Verfügung standen, waren die Chancen besser.
Manchmal half auch die gut bestückte Bibliothek der Eltern wie im Falle Virginia Woolf oder Marie von Ebner-Eschenbach – die freundliche Stiefmutter, die Marie zum Schreiben ermutigte.
Als „Anstifter“ gilt John Marsh, Gatte von Margaret Mitchel. Weil er ihr nicht wöchentlich Bücher aus der Bücherei mitbringen wollte, kaufte er eine alte Remington Schreibmaschine, damit sie selbst einen Roman schreiben solle.
Viele Schriftstellerinnen brauchten lange, bis sie mit ihrer Arbeit anfingen. Dazu gehörten Bettine von Arnim, Johanna Spiry, Marie von Ebner-Eschenbach, George Sand (Pseudonym der französischen Schriftstellerin Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueil), Selma Lagerlöf, Else Lasker-Schüler, Gertrude Stein, Virginia Woolf oder Margaret Mitchell.
Oft schrieben Frauen unter Pseudonymen, die waren noch lange nötig, denn schreibende Frauen galten als verirrte Wesen. Erst im 19. Jhdt. war es mit dem Vorurteil vorbei.
Es gab einfach zu viele großartige Erzählerinnen und das Bedürfnis nach einer Literatur, die auch Perspektiven jenseits männlicher Lebenswelten zeigt, bestand damals wie heute.
Wer weiß, wie lange wir noch brauchen, um alle Frauen-Forderungen – bei gleich bleibendem Tempo der Verantwortlichen – umzusetzen?
Nur mehr 300 Jahre 😉