Der Taubentunnel
von John Le Carré
Das hier vorgestellte Buch ist eine Sammlung von Begebenheiten des Autors im Laufe einiger Jahrzehnte. Es wohnt seit neun Jahren in unserer Bücherei, wurde selten gelesen. Verständlich, denn wie die Spionage-Romane des Autors setzt es eine längere Aufmerksamkeitsspanne voraus, als heute ertragen wird.
Erschwerend das Fehlen von „Geschenken“: durch viel Raum für liebevolle Beschreibung legalen Drogenkonsums, opulentem Essen oder touristisch aufregender Orte. Keine „Projektionsflächen“ in Form von Menschen, in die man sich selbst hineindenken möchte. „Nervenkitzel“ nur dort, wo im Rahmen der Handlung notwendig. Ein – halbwegs – gutes Ende kann nicht erwartet werden.
Jede der einzelnen Geschichten als eine Einladung, sich auf Literatur anderer Art einzulassen.
Ein Buch zum Meditieren – zum Im-Hier-und-Jetzt-sein. Anders ist es nicht zu lesen.
Empfohlen von Helmut Schrittwieser


